Verband Deutscher Charolais ZŘchter e.V. Verband der Deutschen CHAROLAIS ZÜCHTER e.V.
Fleischrindjournal
Bericht und Fotolink zur Jahresversammlung im Juni 2018 in Hessen (vom 10.06.2018)

Charolais-Jahrestreffen in Hessen

Turnusgem├Ą├č stand f├╝r 2018 das Bundesland Hessen als Gastgeber f├╝r das Jahrestreffen des Verbandes der deutschen Charolais-Z├╝chter e.V. fest. In der Zeit vom 07. ÔÇô 10. Juni 2018 fand das Jahrestreffen auf f├╝nf gastgebenden Betrieben statt. Mit ca. 90-100 Teilnehmern, je nach Betriebsschwerpunkt der Gastgeber und Tag der Reise, war das Jahrestreffen insgesamt gut besucht.



Am ersten Tag des Jahrestreffens standen zwei kleine und von der Zeit, in der Charolais-Herdbuchzucht betrieben wird, ÔÇ×jungeÔÇť Betriebe auf dem Programm. Beide haben sich aber in den letzten Jahren durch konsequente Zuchtarbeit und die Pr├Ąsentation Ihrer Tiere auf Bundes- und Landesschauen einen Namen gemacht.
Als erster Gastgeber war der Betrieb des Verbandsvorsitzenden Stefan Damm ausgew├Ąhlt. Bei hei├čen Temperaturen trafen die Teilnehmer um die Mittagszeit im Betrieb Damm ein und freuten sich ├╝ber die Schattenpl├Ątze und die k├╝hlen Getr├Ąnke. Nachdem der Betriebsleiter, der B├╝rgermeister der Gemeinde Dautphetal und der Ortsvorsteher von Buchenau alle Teilnehmer begr├╝├čt hatten, konnten sich alle beim Mittagessen st├Ąrken. Nach einem Eis als Dessert ging es zu Fu├č zu den Herden. Insgesamt h├Ąlt der Betrieb Damm in Nebenerwerb auf 20 Hektar 10 K├╝he mit Nachzucht. In der ersten Herde liefen einige K├╝he mit j├╝ngeren K├Ąlbern zusammen mit dem Bullen Milord aus der Zuchtst├Ątte Boehmler, Forstfeld. Gegen├╝ber liefen vier angedeckte bzw. tragende F├Ąrsen mit dem genetisch hornlosen Bullen Lebaron Pp. Dieser aus franz├Âsischer Zucht stammende Bulle wird wie Milord auch in Zuchtgemeinschaft mit einem Betrieb aus NRW gehalten. In der dritten Herde bekamen die Z├╝chter die Jungrinder sowie einige K├╝he mit weiblichen K├Ąlbern zu sehen. Viel Wert legt Stefan Damm in seiner Zuchtarbeit auf den Rassetyp und die Milchleistung der K├╝he, wobei auch das Merkmal der genetischen Hornlosigkeit beachtet wird.
Nach einer kurzen Autofahrt stand mit dem Betrieb von Sebastian Br├╝hl in Battenberg-Laisa ein zweiter ÔÇ×jungerÔÇť Zuchtbetrieb auf dem Programm. Hier werden auf knapp 50 ha, mit ca. 50% Gr├╝nland, 11 K├╝he und Nachzucht gehalten. Nach dem obligatorischen Kaffeetrinken und einer kleinen Zwangspause auf Grund eines Gewitterschauers ging es ebenfalls zu Fu├č zu den Herden. In der ersten Herde lief neben einigen K├╝hen mit vielversprechenden Bullenk├Ąlbern auch der Herdenbulle Japhet PS, der aus Frankreich importiert wurde. Auch f├╝r Sebastian Br├╝hl ist die Verankerung der genetischen Hornlosigkeit in Verbindung mit einem guten Rassetyp Hauptkriterium in seiner Zucht. Um dieses Zuchtziel zu erreichen, wird neben geh├Ârnten Mutterlinien auch immer wieder mit geh├Ârnter Genetik besamt. Ein gutes Beispiel daf├╝r war ein junges Bullenkalb des franz├Âsischen Besamungsbullen Helios, welches in der zweiten Herde lief. Als dritte Herde wurde noch eine Gruppe von sechs gut entwickelten Jungrindern mit unterschiedlichen genetischen Herk├╝nften besucht.

Am zweiten Tag, dem Freitagvormittag, stand dann die Mitgliederversammlung mit den notwendigen Vereinsregularien an. Unter anderem wurde die anstehende Bundesschau im Oktober in Alsfeld besprochen und in den durchgef├╝hrten Wahlen wurden Stefan Damm als Vorsitzender und Marko Beu als Vorstandsmitglied und zweiter Vorsitzender in Ihren ├ämtern best├Ątigt.
Am Nachmittag stand dann der Betrieb Gries auf dem Programm. Der Betrieb wird als GbR von Peter und Sabine, sowie Jan Christoph Gries als Vollerwerbsbetrieb gef├╝hrt. Als Hauptstandbein betreibt der Bio-Betrieb neben der Fleischrinderzucht mit den Rassen Angus, Limousin und Charolais noch die Erzeugung von Bio-Ferkeln mit ca. 90 Sauen. Trotzdem, dass sich in den letzten Jahren das Verh├Ąltnis der gehaltenen Rassen etwas zu Ungunsten der Charolais verschoben hat, sind sie anhand der Kuhzahl die Hauptrasse im Betrieb. Aus Gr├╝nden der besseren Vermarktungsm├Âglichkeiten, aber sicherlich auch wegen der Sondergenehmigungen f├╝r die Enthornung der K├Ąlber im Bio-Bereich, spielt auch die Zucht auf genetische Hornlosigkeit eine zunehmende Rolle. Es wird aber weiterhin auch mit vielen aktuellen franz├Âsischen geh├Ârnten Linien gez├╝chtet. Diese werden vor allem ├╝ber K├╝nstliche Besamung genutzt. Als Eigenbestandsbesamer k├Ânnen mit der KB gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Neben dem Einsatz der k├╝nstlichen Besamung werden verschiedene Deckbullen im Gemeinschaftsbesitz mit anderen Zuchtbetrieben gehalten.
Zus├Ątzlich zum Verkauf von Zuchttieren wurden bisher auch m├Ąnnliche Absetzer zur Mast vermarktet. Diese sollen auf Grund der f├╝r Bio-Schlachtbullen interessanten Preise in Zukunft vermehrt ausgem├Ąstet werden.

F├╝r den Samstagmorgen standen zwei Busse bereit, um die beiden Zuchtbetriebe und die Stadt Limburg an der Lahn zu besuchen. Zuerst ging es zum Betrieb der Familie Steinhauer.
Dr. Wilfried Steinhauer betreibt neben seiner Tierarztpraxis seit ca. 30 Jahren eine Charolaiszucht. Diese ist ganz klar auf geh├Ârnte Tiere mit sehr gutem Rassetyp, vor allem aber auch sch├Ânen K├Âpfen ausgerichtet. In der Zuchtarbeit spielt die Entwicklung von funktional starken Mutterlinien eine zentrale Rolle. Da aus Sicht von Familie Steinhauer nur solche Linien einen langfristigen Zuchtfortschritt bieten. Auf knapp 50 ha Fl├Ąche werden 23 K├╝he und Nachzucht sowie 2 Deckbullen gehalten. Neben dem Einsatz von Deckbullen, aktuell deckt der Bulle Gregor (V.: Gala), spielt auch die k├╝nstliche Besamung eine gro├če Rolle im Betrieb Steinhauer. Seit Jahren wird hierf├╝r eng mit dem Zuchtbetrieb Scea Riotte-Schrapfer aus Angely zusammengearbeitet. Dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit auch zu einer Freundschaft geworden ist, unterstreicht die Anwesenheit von Jean-Louis Riotte und seiner Frau zur Betriebsbesichtigung. Nach dem Mittagessen im Betrieb Steinhauer ging es nach Limburg an der Lahn. Hier hatten alle Charolais-Z├╝chter Zeit individuell, oder in kleinen Gruppen die sch├Âne Altstadt und oder den Limburger Dom zu besichtigen.
Als f├╝nfter und letzter Betrieb stand dann der Besuch bei Volker und Sebastian Reinhard in Niederbrechen an. Familie Reinhard betreibt auf 67 ha im Nebenerwerb eine Charolaiszucht mit etwas mehr als 20 K├╝hen und Nachzucht. Alle Tiere stehen im franz├Âsischen Zuchttyp. Auf den Einsatz von genetisch hornloser Genetik wird konsequent verzichtet. Neben etwas k├╝nstlicher Besamung wird mit mehreren Deckbullen gearbeitet. Nach dem Kaffee ging es mit den Bussen zu einer kleinen Rundtour mit insgesamt f├╝nf Herden. Besonders bemerkenswert war hierbei die Ruhe der verschiedenen Herden. Einen besonders positiven Eindruck im Hinblick auf die Ruhe und die Qualit├Ąt der Tiere hinterlie├čen die tragenden Rinder. Auch die ├╝brigen K├╝he mit K├Ąlbern bei Fu├č oder die Jungrindern bestachen durch hervorragende Entwicklung und sehr guten Typ. Besonders erw├Ąhnenswert ist auch noch der im Betrieb genutzte Altbulle Galet II und seine hervorragenden Nachkommen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sicherlich f├╝r alle Z├╝chter, ob nun im heimatlichen Betrieb auch bzw. nur genetisch hornlos gez├╝chtet wird, oder der Schwerpunkt auf der Zucht der traditionellen franz├Âsischen Genetik liegt, interessante Betriebe und Tiere in Hessen zu sehen waren.
Ein herzliches Dankesch├Ân gilt allen Gastgebern f├╝r die hervorragende Bewirtung und Gastfreundschaft! Im kommenden Jahr treffen sich die Charolais-Z├╝chter in Sachsen.

Clemens Braschos

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