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38. Bundesschau Charolais –

Quantität und Qualität

Am 09. & 10. Oktober 2026 , Alsfeld

Am Freitag und Samstag, den 09. & 10. Oktober 2026 fand die 38. Bundesschau des Verband der Deutschen Charolais-Züchter e.V. in den Stallungen der Hessenhalle Alsfeld statt. Nach drei Ausgaben einer reinen Jungtierschau stand in diesem Jahr wieder eine komplette Bundesschau mit Tieren aus allen Alterskategorien auf dem Programm. Schon die Meldezahlen mit 194 Katalognummern, davon 35 Reserve, ließen in ihrer Quantität im Vorfeld aufhorchen. Letztlich stellten 42 Zuchtbetriebe aus Deutschland und dem angrenzenden Elsass 142 Tiere in Alsfeld aus.

Als Preisrichter fungierte in diesem Jahr der Charolais-Züchter Christophe Nanotti aus Marthille im französischen Departement Moselle. Die Übersetzung aus dem Französischen übernahm Thierry Kolb, der in diesem Jahr keine eigenen Tiere im Auftrieb der Schau hatte.

Kuhkälber in Topform

Sowohl im Sinne der Quantität als auch im Sinne der Qualität war der Wettbewerb der Kuhkälber auf der Bundesschau seit Jahren ein Aushängeschild der beschickenden Züchter! Mit 55 Tieren in zehn Altersklassen bestätigte sich dies auch in diesem Jahr. Nahezu alle Teilnehmerinnen waren sehr gut entwickelt, in Topform vorbereitet und herausgebracht, sodass es die ein oder andere sehr knappe Entscheidung gab. Nach dem außergewöhnlichen Anblick der zehn 1a prämierten Kuhkälber, verkleinerte Christophe Nanotti den Endring auf vier Kandidatinnen um den Titel Siegerin und Reservesiegerin. Den Reservesieg sicherte sich einmal mehr die Zuchtstätte Bernfried Brinker aus Legden im Münsterland mit ihrer Babette. Die US Star-Tochter überzeugte als jüngstes Kuhkalb in Rassetyp, Entwicklung, Becken und Skelett und mit dem notwendigen Schick nicht nur die Augen des Preisrichters. In Nuancen besser war nur noch Amour aus dem Zuchtbetrieb der Familie Boehmler in Forstfeld. Ihre außergewöhnlichen Anlagen hatte Amour auch schon auf der Jungtierschau in Frankreich Anfang September gezeigt. In Alsfeld ging an Amour in den Punkten Körperlänge, Bemuskelung im Rücken bei fester Oberlinie, Beinwerk und vor allem Rassetyp kein Weg vorbei.

Jungbullen mit Zukunft

Bei den Jungbullen wurden die sechs Kandidaten in zwei Altersklassen gerichtet. Bei den jüngeren konnte sich der Sacrecoeur-Sohn AlCapone aus der Zucht von Marc Schmitz, Wipperfürth durchsetzen. Er punktete mit einer hervorragenden Bemuskelung und Körperbreite. In der Siegerauswahl konnte AlCapone den Reservesieg für sich und seinen Züchter verbuchen. Bester der älteren Jungbullen und Sieger in der Endauswahl wurde Artiste vorgestellt vom Betrieb Allmannsberger aus Fürstenzell. Artiste punktete besonders mit einer guten Größenentwicklung, bester Bemuskelung im Rücken und einem flüssigen Bewegungsablauf. Bei allen Teilnehmern der Jungbullenklassen kann man auf die ersten Nachkommen-Jahrgänge gespannt sein.

Klare Spitze bei den Jungrinden

In fünf Altersklassen wurden in diesem Jahr die Jungrinder gerichtet. Neben erstmals auf einer Schau präsentierten Tieren nahmen auch einige schauerfahrende Jungrinder am Wettbewerb Teil, die zuvor schon auf der letztjährigen Bundesschau oder den Landesschauen der einzelnen Verbände im Frühjahr teilgenommen haben. Die spätere Siegerin Vengeance aus dem Betrieb Boehmler, Forstfeld überstrahlte die teils sehr gute Konkurrenz jedoch klar. Die Ausstrahlung und Ringpräsenz sowie einer ihre außergewöhnlich gute Oberlinie und ein Spitzen-Beinwerk zeichneten Vengeance besonders aus. Mit Virginia sicherte sich wiederum eine Sacrecoeur-Tochter aus dem Betrieb Marc Schmitz den Reservesieg. Sie gehörte zu den Jungrindern, die schon zum zweiten Mal an der Bundesschau in Alsfeld teilnahmen.

Vorführwettbewerb der Jungzüchter

Auch auf dieser Bundesschau fand ein Vorführwettbewerb der Jungzüchter statt. In drei Altersklassen konnten insgesamt 10 hiesige Jungzüchter und 2 Praktikanten aus Frankreich ihr Können beim Vorführen beweisen. Preisrichter Hannes Wehde, Isernhagen, würdigte die Aufmerksamkeit und Ruhe der Siegerin Franziska Ramm, Kirchhundem im Besonderen. Als souveräner Reserve-Sieger konnte Jan Imöhl den Preisrichter durch seine Vorführleistung und die Präzision beim Auf- und Umstellen seines Tieres voll überzeugen.

Novum Nachzuchtpräsentation

Als Novum auf einer Bundesschau wurde in diesem Jahr die Präsentation der Nachzucht eines Bullen oder einer Kuhlinie gerichtet. In diesem Wettbewerb geht es losgelöst vom Einzeltier vor allem um die Einheitlichkeit der Gruppe, die immer aus drei Tieren bestand. Vier Nachzuchten stellten sich zur Beurteilung im Ring auf. Besonders beeindruckt von der Uniformität war der Preisrichter bei der Nachzuchtgruppe des Bullen WIC Smaragd aus dem Hause Andreas Rosenbrock aus Ottersberg in Niedersachsen.

Beeindruckende Färsen

Bei den Färsen sicherte sich die deutlich ältere Sacrecoeur-Tochter Ulrike mit ihrer beeindruckenden Körperbreite und einem großartigen Seitenbild den Siegertitel für den Betrieb Mark Schmitz, Wipperfürth. Die schicke und sehr feminine Staline aus dem Betrieb Sebastian Reinhard, Brechen errang den Reserve-Sieger-Titel.

Bullenkälber – Väter der Zukunft

Der Wettbewerb der Bullenkälber war mit 41 Tieren der zweitgrößte der diesjährigen Schau. In insgesamt neun Altersklassen traf der Preisrichter seine Entscheidungen. Das Bild der neun 1a-prämierten potenziellen Väter der folgenden Generationen gehörte sicherlich zu den Highlights der Schau. Mit dem Titou-Sohn Antidote konnte sich Familie Boehmler erneut einen Siegertitel sichern. Antidote überzeugte vor allem mit seiner Becken-, Körper- und Schulterbreite und seiner Bemuskelung in ebendiesen Partien. Mitfreuen konnte sich in diesem Fall besonders die Lockemann GbR, Göttingen, die sich dieses Spitzenkalb schon im Spätsommer gesichert hatte. Der Uncrac-Sohn Baresi vom Betrieb Allmannsberger, Fürstenzell konnte sich gegen die z.T. deutlich ältere Konkurrenz durchsetzen und wurde Reserve-Sieger. Neben seinem sehr guten Rassetyp zeichnete Ihn auch sein tadelloses Fundament aus.

Grande Finale mit den Alttier-Kategorien

Abschließend bildenten die Richtklassen und Siegerauswahlen der Alttier-Kategorien Kühe mit Kalb und Altbullen das Grande Finale der Bundesschau. Bei den Kühen sicherte sich das Traumgespann Tradieuse und ihr genetisch hornloses Kuhkalb Baltique den insgesamt vierten Bundessieg der diesjährigen Schau für Zuchtbetrieb Boehmler, Forstfeld. Die Erstkalbin Tradieuse überzeugte nicht nur selbst in nahezu allen körperlichen Merkmalen, sondern im Besonderen mit Ihrem Kuhkalb, welches in der jüngsten Altersklasse der Schau schon den 1b Platz hinter der späteren Reserve-Siegerin erringen konnte. Der Reserve-Sieg ging an Paris, die mit 1145kg Lebendgewicht schwerste Kuh der Schau aus dem Zuchtbetrieb Marc Schmitz. Paris überzeugte bei Ihrem Gewicht mit absolutem Rassetyp und viel Frische.

Auch bei den Altbullen konnte die Zuchtstätte Marc Schmitz ihren überaus erfolgreichen Tag fortsetzen. Hier sicherte sich Sacrecoeur den Klassensieg und dann den Reservesieg. Sein beeindruckendes Erscheinungsbild mit hervorragender Bemuskelung und seinem tollen Rassetyp brachten ihm die entscheidenden Vorteile gegenüber der Konkurrenz in der Klasse.  Knapp geschlagen geben musste sich Sacrecoeur aber letztlich gegen den Siegerbullen Vlaleboss aus dem Zuchtbetrieb Allmannsberger, Fürstenzell. Der vergleichsweise junge Vlaleboss überzeugte mit seiner körperlichen Entwicklung und Fleisch an allen wichtigen Körperstellen. Das auch seine Produktion sehr vielversprechend ist, zeigten besonders seine 1b- und 1a prämierten Söhne Baconor und Bailey.

Neben den erwähnten Siegertieren bzw. ihren Züchtern, möchten wir uns natürlich auch bei allen hier nicht genannten Beschickern, die weder weite Wege nach Alsfeld, noch viele Tiere im Auftrieb zur Bundesschau scheuten, für ihre Mühen bedanken. Die komplette Prämierungsliste und einen Link zu den Fotos finden Sie unter www.charolais-zuechter.de. Auch den vielen fleißigen Helfern der Charolais-Familien sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt – ohne Eure Unterstützung wäre eine Bundesschau nicht organisierbar!!

Clemens Braschos