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Disziplinierte Züchter und tolle Tiere

am 05.10.2020 , Alsfeld

Im Jahr seines 60-jährigen Verbandsjubiläums lud der Verband der deutschen Charolais-Züchter e.V. seine Mitglieder und alle Charolais-Interessenten am 06. & 07. Oktober zu seiner 35. Bundesschau in der Ausführung einer Jungviehschau nach Alsfeld ein. Dieser Einladung gefolgt waren insgesamt 47 Zuchtbetriebe aus neun Bundesländern und dem Elsass mit 114 aufgetriebenen Katalognummern. Nach einer reibungslosen Anlieferung und dem Waschen und Versorgen der Tiere trafen sich am Freitagabend alle Züchter zum traditionellen Züchterabend. Direkt am Schauring war durch die Züchterfamilie Michael Döhne aus Wolfhagen für das leibliche Wohl der Züchter gesorgt und alle konnten sich mit Züchterfreunden austauschen und fachsimpeln.

Am Samstag um 09:30 Uhr begann dann der eigentliche Richtwettbewerb in den Kategorien Kuhkälber, Jungzüchter, Jungrinder und Bullenkälber. Das Richteramt für die Tierkategorien hatte nach eigener Aussage zum „x-ten Mal“ Gerry Ernst von der CONVIS aus Luxemburg übernommen. Obwohl die Tierqualitäten in mancher Klasse sehr eng waren, traf Gerry seine Entscheidungen zügig und kommentierte diese mit viel Fachwissen. Das Preisrichteramt im Jungzüchter-Vorführwettbewerb übernahm Rick Menzer, Klingenberg, der sich bis zum Frühjahr als zweiter Vorsitzender des Verbands der deutschen Fleischrinder-Jungzüchter e.V. mehrere Jahre engagiert hat.


Traditionell stark besetzte Kuhkälber

Mit diesen Worten kann man die 10 Richtklassen mit insgesamt 49 Kuhkälbern beschreiben. Das Bild der Klassensiegerinnen zur Siegerauswahl ließ alle Züchterherzen höherschlagen. Mit der Macao-Tochter Toundra sicherte sich schließlich ein Ausnahme-Kuhkalb aus der Zucht der Familie Böhmler, Forstfeld den Titel Siegerkuhkalb 2023. Schon in ihrer Richtklasse begeisterte Toundra mit ihrer enormen körperlichen Entwicklung, einem hervorragenden Rassetyp und viel femininer Ausstrahlung sowie einer ausgezeichneten Bemuskelung. Den Titel der Reserve-Siegerin vergab der Preisrichter an Umany aus der Zuchtstätte Bernfried Brinker in Legden. Umany ist eine weitere Tochter des Ausnahme-Vererbers Nirvana, der in den letzten Jahren schon mehrere Spitzentiere hervorgebracht hat. Sie beeindruckte besonders mit einer sehr guten Schulterbreite, guten Übergängen, einem ausgezeichneten Becken und viel Rassetyp und Schick.


Verteidigung des Titels

Insgesamt 17 Jungzüchter traten in den vier Richtklassen gegeneinander an. Im Vorführwettbewerb der Jungzüchter kommt es auf eine möglichst optimale Präsentation des Tieres an. Es gilt alle Kommandos des Richters umzusetzen und sein Tier optimal zu präsentieren. In der ältesten Altersklasse beherrschte Marina Henk aus Bad Berleburg dies am besten und sicherte sich den 1a-Platz. In der zweiten Klasse bestach Lea Meyer mit ihrer ruhigen Vorführleistung besonders und sicherte sich den ersten Platz. Ebenfalls zu den versierten Jungzüchtern zählte Janis Büntemeier, der sich in der dritten Altersklasse souverän gegen seine starke Konkurrenz durchsetzen konnte. Bei den jüngsten Vorführern waren Kinder und Jugendliche von sieben bis vierzehn Jahren am Start. Neben dem nötigen Mut gehören etwas Glück und viel Können zu einer gefälligen Präsentation. Leni Schneider hatte alle drei Faktoren auf ihrer Seite und sicherte sich neben dem letzten Klassensieg auch den Titel Reserve-Siegerin. Den Siegertitel aus dem Jahr 2022 verteidigen konnte in einer engen Ausscheidung mit Tiertausch aber Marina Henk.


Zum zweiten Mal Bundessiegerin

Bei den Jungrindern bis knapp 25 Monate traten 23 Tiere in fünf Richtklassen gegeneinander an. Das Besondere am Wettbewerb der Jungrinder ist, dass auch Tiere präsentiert werden, die im Vorjahr schon in der Kategorie Kuhkälber ausgestellt worden sind. In diesem Jahr gingen beide Siegertitel an solche Wiederholungstiere. Durch ihre enorme körperliche Präsenz mit einem sehr breiten Körper und Becken sicherte sich die Fabuleuxce-Tochter Souveraine aus der sächsischen Zuchtstätte Sebastian Krause erneut den Titel Bundessiegerin. Den Reserve-Sieg sicherte sich Linette aus der Zuchtstätte Josef Schulte, Kirchhundem. Dabei überzeugte die Mambo-Tochter durch ihre außergewöhnliche Mittelhandlänge und Festigkeit im Rücken, einem sehr guten Fundament und einem schönen rassetypischen Kopf.


Bullenkälber zum Abschluss

In acht Richtklassen bildeten die Bullen den Abschluss der diesjährigen Bundesschau. Viele der aufgetriebenen Tiere wechselten schon vor oder während der Schau den Besitzer bzw. werden in den kommenden Wochen für den Einsatz verkauft. Sie bilden dann die Tiere für künftige Bundesschau-Teilnehmer. In der ältesten Gruppe setzte sich der LePrince SC-Sohn Lenno aus dem Betrieb Gries gegen seine Konkurrenz durch. Seine Entwicklung in Größe und Körperlänge überzeugte ebenso wie seine gute Bemuskelung. Aus dem Betrieb Georg Rietzler stammt mit Lord der Gewinner der zweiten Gruppe. Seine Rumpftiefe und die tief angesetzte Bemuskelung zeichneten ihn besonders aus. Nachdem Bernfried Brinker schon bei den Kuhkälbern mit Nirvana-Nachkommen erfolgreich war, überzeugte sein Rodin erneut sowohl Preisrichter als auch Zuschauer. Besonders hervorzuheben waren bei Rodin seine körperlichen Merkmale mit Breite, Tiefe und Bemuskelung. Ebenfalls überzeugten die Navigateur-Nachkommen aus der Zuchtstätte Böhmler. So auch Palmares als Sieger der vierten Altersgruppe. Sein außergewöhnlicher Rassetyp mit hervorragendem Seitenbild wurde von einer festen Bemuskelung ergänzt. Der hornlose Rossignol aus der Zucht von Ernest Hoeffel beeindruckte mit einer enormen Breite in Körper und Keulenbemuskelung und sicherte sich den Klassensieg in der fünften Klasse. Petit Loup aus dem Betrieb Böhmler sicherte sich den 1a Platz in der sechsten Gruppe. Den Macao-Sohn zeichneten sein Rassetyp und die starke Bemuskelung in Vor- und Hinterhand aus. Dem Nescafe-Sohn Nirvana aus der Zucht von Robert Allmannsberger gelang der Klassensieg in der siebten Altersgruppe. Den zweiten Klassensieg für seinen Züchter Marc Schmitz sicherte Rodin in der jüngsten Bullengruppe.

Die acht 1a-Preisträger wurden in der Siegerauswahl auf die Hälfte verkleinert. Den Reserve-Sieg sicherte sich Nirvana für den Betrieb Allmannsberger. Die Ausnahmeerscheinung Palmares aus der Zucht von Francis Böhmler sicherte schließlich den Siegertitel bei den Bullen 2020.

Neben dem Dank für die Züchter und Besucher gilt unser besonderer Dank allen Helfern, die diese Schauen möglich machen.

Die Prämierungsliste und die Wiegeliste finden Sie unter „Dokumente

Clemens Braschos