Verband Deutscher Charolais Züchter e.V. Verband der Deutschen CHAROLAIS ZÜCHTER e.V.
Fleischrindjournal

Bundesjungviehschau mit Rekordauftrieb (vom 10.10.2017)

Schon die Anmeldezahlen in der Vorbereitung ließen auf einen Rekordauftrieb an der 29. Charolais-Bundesschau am 06. & 07.10.2017 schließen. Dieser Rekordauftrieb bestätigte sich auch am Auftriebstag und ist sicherlich auch ein positiver Effekt der Verlegung der Bundes-Jungviehschau nach Alsfeld. Insgesamt wurden beachtliche 128 Schautiere aus 50 Betrieben aus fast allen deutschen Bundesländern sowie dem Elsass aufgetrieben und stellten sich am Schautag dem Richturteil von Preisrichterin Anne Menrath vom Bundesverband Rind und Schwein e.V. Wie in den letzten Jahren auch, hinterließen die von den Zuchtbetrieben hervorragend vorbereiteten Schautiere und das angenehme Flair in Stall und Schauhalle einen sehr guten Eindruck bei Beschickern und Besuchern.

Zukünftige Deckbullen
In der Kategorie der Bullenkälber, oder anders gesagt der zukünftigen Deckbullen, gingen insgesamt zehn Altersklassen, die jeweils mit fünf Tieren besetzt waren, an den Start. Die erste Altersklasse konnte der homozygot hornlose Hold (V: Holdup) aus dem Zuchtbetrieb von Hubert Bourgeois, Hartmannsdorf-Reichenau auf Grund seiner starken Mittelhand und tiefen Keulenbemuskelung für sich entscheiden. Gallway-RS hieß der Vater des genetisch hornlosen BRA Gouverneur aus dem Zuchtbetrieb Braschos-Lieven, Kleve, der mit großem Rahmen und guter Mittelhand sowie einem sehr guten Skelett in der Hinterhand brillierte und somit den 1a Platz der zweiten Altersklasse erhielt. Den dritten 1a Platz sicherte sich der Zuchtbetrieb Michael Göbel, Bad Laasphe mit seinem Feodal-Sohn MG Fabio. Fabios Vater Feodal, vor zwei Jahren in Teichröda Reserve-Sieger bei den Bullenkälbern, hat seinen hervorragenden Rassetyp mit ausgeglichener Bemuskelung erfolgreich an Fabio vererbt. Hubert Pp (V: Heynckes) aus der Charolaiszucht Schulte in Kirchhundem war der vierte 1a platzierte Bulle. Er beeindruckte sowohl die Preisrichterin als auch das Publikum durch seine enorme Breite in Schulter, Rücken und Becken. Der fünfte 1a prämierte Bulle Iron P, aus dem Betrieb Martin Bierwirth, Ottrau, kam wie viele andere Bullenkälber aus der Besamung. Er gehört zu den ersten Nachkommen seines Vaters Iceberg PP und beeindruckte mit einer enormen Rahmenentwicklung und einem tadellosen Skelett. Mit hervorragendem Rassetyp setzte sich in der sechsten Altersklasse der Fakir-Sohn Feodal aus der Zucht von Thomas Schrell aus Kierspe an die Spitze. Den siebten Klassensieg errang der Joyau-Sohn Jeremy aus dem Betrieb Robert Allmannsberger, Fürstenzell. Seine Stärken neben einem sehr guten Rassetyp war vor allem die Harmonie im Körper. Die wahrscheinlich schwerste Gruppe war die achte Altersklasse. Hier errang der sehr tiefe und gut bemuskelte Dargo Pp (V. AHA Det) von Marko Beu, Osterholz-Scharmbeck den 1a Platz gegen sehr starke Konkurrenz. Ein echtes Highlight war der in der neunten Klasse 1a prämierte Utrillo-Mic Sohn Nevada aus der Zucht von Thierry Kolb aus Riedseltz, im Elsass. In ihm vereinten sich ein hervorragender Rassetyp, enorme Entwicklung und Bemuskelung, sowie viele positive Skelettmerkmale. Die jüngste Altersklasse entschied der sehr ausgeglichene und gut bemuskelte Fakir-Sohn aus dem Betrieb MKH-Agrar GmbH, Teichröda für sich.
In der Siegerauswahl präsentierten sich abschließend zehn sehr ausgeglichene 1a-Bullenkälber. Mit dem besten Gesamtpaket überzeugte der junge Nevada von Thierry Kolb und wurde zum Siegerbullenkalb gekürt. Der Reservesieg ging an den ausgeglichenen und sehr gut im Rassetyp stehenden Jeremy aus der Zucht Allmannsberger, Fürstenzell.

Alte Bekannte bei den Jungrindern
In der Kategorie Jungrinder sieht man immer weibliche Tiere, die schon auf der Schau des Vorjahres brilliert haben, wieder. So war es auch in den ersten drei Altersklassen. In der ältesten überzeugte die sehr feminine, aber trotzdem breit angelegte und sehr gut bemuskelte Beethoven-Tochter Candy, aus dem Betrieb von Matthias Hofius, Bad Berleburg. Die zweite und dritte Klasse gewannen sogar im Vorjahr bei den Kuhkälbern schon 1a platzierte Tiere. Die typvolle und rahmige Gallway-RS Tochter Luisa aus der Zucht von Dr. Wilfried Steinhauer, Waldbrunn, wiederholte ebenso ihren Klassensieg wie die sehr breite und tiefe, überaus harmonische Castor-Tochter Iliana aus der Zucht von Georg Rietzler, Kempten im Allgäu. Zum ersten Mal mit Tieren auf der Bundesschau vertreten zu sein und sofort einen 1a Platz zu erringen, ist sicherlich etwas Besonderes. Dieses schaffte Friedrich Schmädecke aus Schweringen, Niedersachsen, mit seiner Coloss PP-Tochter Gibsy P. Sie zeichnete sich durch eine enorme Mittelhandlänge, gute Bemusklung und ein hervorragendes Skelett aus. Die jüngste Altersklasse entschied MG Viona (V: Chic) aus der Zucht von Michael Göbel, Bad Laasphe gegen ihre Zwillingsschwester für sich.
In der Siegerauswahl setzte sich Gibsy P als Tüpfelchen auf dem i für ihren Züchter gegen die starke Konkurrenz durch und wurde Bundessiegerin. Der Reserve-Titel ging an die starke Candy aus dem Betrieb von Matthias Hofius, Bad-Berleburg.

Highlights bei den Kuhkälbern
Traditionell war der Wettbewerb der Kuhkälber nicht nur auf Grund der Stückzahl, sondern auch auf Grund der gezeigten Qualitäten das Highlight der ganzen Schau. In insgesamt 12 Altersklassen stellten sich 56 Kuhkälber des Geburtszeitraumes 15.09.2016 bis 07.03.2017 dem Wettbewerb. Nach einem 1a Platz in der vierten Bullenkälbergruppe freute sich die Zuchtstätte Schulte, Kirchhundem auch über den 1a Platz der sehr breit angelegten Heynckes Pp-Tochter Irene in der ältesten Kuhkälbergruppe. Ebenfalls breit angelegt und hervorragend im Rassetyp, stand das zweite 1a platzierte Kuhkalb, die Chic-Tochter Susi aus der Zucht von Volker Reinhard, Brechen. Den Gruppensieg in der dritten und vierten Altersklasse sicherte sich die Zuchtstätte Thomas Schrell aus Kierspe mit Odessa und Robert Allmannsberger, Fürstenzell, mit Retorte. Beide bestätigten den positiven Eindruck, den Ihre Väter Fakir und Joyau schon bei den jeweils 1a platzierten Bullenkälbern hinterließen. Aus der Zucht von Martin Daume, Frankenberg und nun im Besitz von Stefan Damm, Dautphetal stammt die Feldmann-Tochter Mary, die mit sehr viel Schick und Eleganz punkten konnte und dadurch ihre Konkurrenz in der fünften Altersklasse gewann. Besondere Freude löste der 1a Platz ihres hornlosen Kuhkalbes Loretta bei Ihrem Besitzer Dirk Henk, Bad Berleburg, aus. Loretta punktete mit enormer Breite und Bemuskelung. Einen Doppelsieg in der siebten Altersklasse konnte der Betrieb MKH-Agrar GmbH Teichröda mit seinen Royal und Lupus PP-Töchtern einfahren. Beide zeigten sich mit guter Bemuskelung, viel Typ und gutem Beinwerk. Sebastian Krause aus Frankenthal in Sachsen errang mit seiner Havrais-Tochter Martinique, die mit viel Mittelhandlänge, einem guten Rassetyp und gutem Fundament ausgestattet ist, den Klassensieg in der achten Altersklasse. Mit Numismatique, einer Tochter der über die Besamung eingesetzten Espion, stellte Thierry Kolb in der neunten Klasse der Kuhkälber wieder ein in Kapazität und Entwicklung herausragendes Kuhkalb vor, welches sich klar gegen seine Konkurrentinnen durchsetzen konnte. Einen weiteren Klassensieg für seine Antonie bekam der Betrieb Allmannsberger, Fürstenzell, in der zehnten Richtgruppe. Auch Antonie ist eine Tochter des im Betrieb eingesetzten Deckbullen Joyau, dessen Nachkommen alle einen sehr guten Eindruck hinterließen und insgesamt drei 1a Plätze, sowie einen 1c Platz erringen konnten. Die Zuchtstätte Ernest Hoeffel aus Walbourg, Elsass, errang mit der typvollen sehr gut entwickelten Nivernaise (V. Invite) den ersten Platz der zweitjüngsten Kuhkälbergruppe. Beste der jüngsten Kuhkälbergruppe wurde die Intrepide-Tochter Naomi aus der Zucht von Bernfried Brinker aus Legden/Westfalen. Insbesondere die hervorragende körperliche Entwicklung der jüngsten Kuhkälber muss auch an dieser Stelle nochmal erwähnt werden.
Den Gesamtsieg in der Kategorie Kuhkälber ging in der abschließenden Siegerauswahl auch an den Zuchtbetrieb Thierry Kolb aus Riedseltz im Elsass, der somit sowohl bei den Bullen- als auch bei den Kuhkälbern den Sieger stellte, wofür wir nochmals herzlich gratulieren! Über den Reservesieg für Irene freute sich die Zuchtstätte Schulte aus Kirchhundem im Sauerland.

Ein besonderer Dank gilt abschließend allen Zuchtbetrieben, die zu Hause mit Ihren Tieren die ganzen Vorarbeiten meistern und die Anreise nach Alsfeld in diesem Jahr besonders diszipliniert gestaltet haben, sowie allen Helfern vor Ort und den Sponsoren der diesjährigen Bundes-Jungviehschau!

Clemens Braschos

Die Prämierungsliste finden Sie unter Dokumente!

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Bundesjungviehschau mit Rekordauftrieb

Bundesjungviehschau mit Rekordauftrieb

 © Verband der Deutschen CHAROLAIS ZÜCHTER e.V. 2014  | Letzte Aktualisierung am 07.07.2014 | CMS Orpheus |   12.12.2017  | Besucher: 75448